Ratgeber

Was gehört auf die Website eines Handwerksbetriebs?

Die meisten Handwerker-Websites scheitern nicht am Design, sondern an fehlenden Inhalten. Diese acht Bausteine decken den Bedarf eines Betriebs praktisch vollständig ab.

Kurz gesagt

  • Ein Besucher entscheidet in wenigen Sekunden, ob er anruft. Drei Dinge müssen sofort sichtbar sein: was du machst, wo du das machst und wie man dich erreicht.
  • Acht Bausteine decken den Bedarf eines Handwerksbetriebs praktisch vollständig ab, von den Leistungen bis zur Jobseite.
  • Impressum und Datenschutzerklärung sind keine Kür, sondern Pflicht (§ 5 DDG, DSGVO).
  • Weniger ist mehr. Fünf gute Seiten schlagen zwanzig halbfertige.

Die ersten fünf Sekunden entscheiden

Die meisten Besucher landen auf deiner Website, weil sie ein konkretes Problem haben. Das Dach ist undicht, die Heizung streikt, das Bad soll neu. Sie wollen keine Firmengeschichte lesen, sondern drei Fragen beantwortet haben:

  1. Macht der Betrieb das, was ich brauche?
  2. Kommt er zu mir?
  3. Wie erreiche ich ihn, am besten jetzt?

Alles, was diese drei Antworten nach unten schiebt, kostet dich Anrufe.

Ganz nach oben auf die Startseite gehören deshalb: dein Gewerk, dein Einzugsgebiet und deine Telefonnummer. Auf dem Handy mit einem Fingertipp wählbar.

Nicht alles muss auf die Website

Viele Betriebe wollen alles erklären. Alles anbieten, was sie können oder schon einmal gemacht haben. Dabei vergessen sie das Wichtigste: Sie haben den Kundenkontakt. In einem kurzen Gespräch weckst du beim Kunden mehr Emotionen, als eine Website das je könnte.

Daher sind wir der Meinung: Deine Website beschreibt deinen Betrieb und deine Stärken. Einfach und bodenständig. Sie muss den Auftrag nicht abschließen, sie muss dafür sorgen, dass der Kunde anruft.

Das heißt nicht, dass du deine Leistungen verschweigen sollst. Aber es sind deine drei, vier Hauptleistungen, die auf die Website gehören, nicht jeder Sonderauftrag der letzten zehn Jahre.

Die acht Bausteine

1. Deine Leistungen, einzeln aufgeführt

„Wir bieten alle Arbeiten rund ums Dach“ ist für Kunden und für Google gleich unbrauchbar. Besser ist eine kurze Beschreibung pro Leistung, in der Sprache deiner Kunden. Nicht „Flächenabdichtung“, sondern „Flachdach abdichten“. Wenn das Budget es hergibt, bekommt jede größere Leistung eine eigene Unterseite. Genau danach wird gesucht.

2. Dein Einzugsgebiet

Schreib die Orte hin, in denen du arbeitest. Das klingt banal, ist aber einer der häufigsten Gründe für einen Anruf, der nicht kommt: Der Kunde weiß nicht, ob du überhaupt zu ihm fährst.

Ein Satz reicht. „Wir sind im Umkreis von 40 km um Stade unterwegs, unter anderem in Buxtehude, Horneburg und Harsefeld.“

3. Kontakt an jeder Stelle

Telefonnummer in den Kopfbereich jeder Seite, klickbar. Dazu ein Kontaktformular, das kurz ist: Name, Telefon oder E-Mail, Anliegen. Jedes zusätzliche Pflichtfeld kostet Anfragen.

Ein Foto-Upload ist bei Handwerksbetrieben viel wert. Wenn der Kunde gleich ein Bild vom Schaden mitschickt, kannst du besser einschätzen, worum es geht, und musst seltener zweimal hinfahren.

Schreib dazu, wann du erreichbar bist und wie schnell du dich meldest. Eine ehrliche Angabe wie „Wir melden uns innerhalb von zwei Werktagen“ ist besser als ein Versprechen, das du auf der Baustelle nicht halten kannst.

4. Referenzen und Projektbilder

Das ist der Baustein mit dem größten Effekt und dem größten Widerstand. Fast jeder Betrieb hat Fotos auf dem Handy, fast keiner hat sie auf der Website.

Dabei liegt es selten am Willen. Das Foto ist gemacht, der Gedanke ist gut: Heute Abend stelle ich es ein. Und dann kommt etwas Wichtigeres dazwischen, oder es ist am nächsten Tag schlicht vergessen. Ein fester Termin im Monat hilft hier mehr als der Vorsatz am Feierabend.

Sechs bis zehn ordentliche Bilder von echten Aufträgen wirken stärker als jeder Werbetext. Vorher-Nachher-Paare funktionieren besonders gut. Frag den Auftraggeber vorher, ob du das Bild zeigen darfst. Bei Privatgrundstücken ist das nicht selbstverständlich.

5. Wer ihr seid

Handwerk ist Vertrauenssache, und Vertrauen entsteht über Gesichter. Ein Bild vom Chef, ein Bild vom Team, drei Sätze zur Geschichte des Betriebs, Gründungsjahr, Anzahl der Mitarbeiter. Kein Roman, aber bitte auch kein gekauftes Foto von lächelnden Fremden mit Bauhelm.

6. Wie die Zusammenarbeit abläuft

Viele Kunden rufen nicht an, weil sie nicht wissen, was dann passiert. Drei bis vier Schritte reichen: Anfrage, Besichtigung vor Ort, Angebot, Ausführung. Wenn die Besichtigung kostenlos ist, schreib es hin. Das nimmt die Hürde.

7. Jobs und Ausbildung

In Zeiten von Fachkräftemangel gehört das einfach dazu. Woher soll jemand wissen, dass du Unterstützung suchst?

Für viele Betriebe ist die Website inzwischen wichtiger für die Personalsuche als für die Kundengewinnung. Sie ist die erste Anlaufstelle für Bewerber und deren Eltern.

Eine eigene Seite mit offenen Stellen, Ausbildungsplätzen und einer einfachen Möglichkeit, sich zu melden, kostet wenig und bringt viel. Gern auch formlos per Telefon oder Nachricht, statt mit einem Bewerbungsformular, das nach Konzern aussieht.

Aber sei ehrlich. Suchst du gerade niemanden, dann schreib auch das hin. Und schreib dazu, was du erwartest und worauf es bei dir ankommt: Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, lösungsorientiertes Arbeiten.

8. Vertrauenssignale

Innungsmitgliedschaft, Meisterbetrieb, Zertifikate, Herstellerpartnerschaften, Bewertungen. Alles, was belegt, dass es dich wirklich gibt und dass andere zufrieden waren. Sammle Bewertungen aktiv, aber kauf sie nicht: Gekaufte Bewertungen sind wettbewerbswidrig und können abgemahnt werden.

Schreib so, dass dein Kunde es versteht

Wenn wir Betriebe nach Texten fragen, kommen oft nur Fachbegriffe. Klar, du als Handwerker verstehst sie. Aber versteht sie auch dein zukünftiger Kunde?

Wir nehmen uns davon nicht aus. Wir sprechen viele technische Dinge an, die du vielleicht nicht verstehst.

Denk beim Schreiben also nicht: Es ist doch klar, was ich meine. Sondern: Wie verkaufe ich mein Handwerk so einfach und so gut wie möglich?

Pflicht: Impressum und Datenschutz

Jede geschäftlich genutzte Website in Deutschland braucht ein Impressum. Grundlage ist seit Mai 2024 § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes (DDG), der den früheren § 5 TMG abgelöst hat. Wenn dein Impressum noch auf „§ 5 TMG“ verweist, ist das ein guter Anlass, es prüfen zu lassen.

Hinein gehören mindestens: Name und Anschrift des Betriebs, Rechtsform und Vertretungsberechtigte, Telefonnummer und E-Mail-Adresse, die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer sofern vorhanden. Bei zulassungspflichtigen Handwerken kommen die zuständige Handwerkskammer und die Berufsbezeichnung mit dem Staat dazu, in dem sie verliehen wurde.

Dazu kommt eine Datenschutzerklärung nach DSGVO. Sie beschreibt, was mit den Daten aus dem Kontaktformular passiert und welche Dienste die Website nutzt.

Beides sollte ein Fachkundiger geprüft haben. Wir sind keine Rechtsanwälte, und dieser Text ist keine Rechtsberatung.

Was du dir sparen kannst

  • Vollständige Preislisten. Im Handwerk hängt fast jeder Preis vom Objekt ab. Eine Spanne oder ein Startpreis ist ehrlicher.
  • Gekaufte Stockfotos. Ein mittelmäßiges echtes Foto schlägt ein perfektes gekauftes.
  • Besucherzähler, Gästebuch, Nachrichten-Ticker. Das war 2008 modern.
  • Seiten im Aufbau. Lieber gar nicht verlinken als „in Kürze“ zeigen.
  • Musik und Videos, die von allein starten.

Checkliste zum Abhaken

  • Gewerk und Einzugsgebiet stehen im ersten sichtbaren Bereich.
  • Telefonnummer ist auf jeder Seite oben und mobil anklickbar.
  • Jede wichtige Leistung ist einzeln beschrieben.
  • Mindestens sechs echte Projektfotos sind online.
  • Es gibt ein Bild vom Betrieb oder vom Team.
  • Der Ablauf einer Anfrage ist in wenigen Schritten erklärt.
  • Offene Stellen und Ausbildungsplätze haben eine eigene Seite.
  • Impressum und Datenschutzerklärung sind vollständig und aktuell.
  • Die Seite lädt auf dem Handy schnell und ist ohne Zoomen lesbar.

Und wenn du all das nicht selbst zusammentragen willst?

Musst du auch nicht. Bei Werando gehen wir diese Punkte im Erstgespräch gemeinsam durch. Du erzählst, was du machst, wir machen daraus Struktur und Texte. Bestehende Texte übernehmen wir, aus Stichpunkten formulieren wir. Was dazugehört, steht bei den Leistungen.

Noch Fragen zu deiner Website?

Wir beraten dich kostenlos und unverbindlich – auch, wenn du am Ende etwas anderes machst.

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